Podcasting für Anfänger und Einsteiger – Die Aufnahme

In den vorangegangenen Posts haben wir erfahren, welche Erfahrung ich gemacht habe mit

In diesem Post möchte ich meine Erfahrungen mit der konkreten Aufnahmesituation beschreiben.

Wenn Ihr das Signal über Euer Audio-Interface in den Rechner leitet, wird es dort im Rahmen der Aufnahme von einer sogenannten DAW (Digital Audio Workstation) in Empfang genommen.Das ist die Software, die Ihr für die Aufnahme, den Schnitt und den Mix eures Podcasts benötigt.

Je nach Anforderungen des Produzenten, muss eine DAW verschiedene Funktionalitäten anbieten.

Um es vorweg zu sagen: die Anforderungen (zumindest die eines Anfängers) für die Aufnahme eines Podcasts sind keine große Hürde für aktuelle DAWs.

Aus meiner Sicht, sind folgende Merkmale ausschlaggebend für die Wahl meiner DAW gewesen:

  • einfache Bedienbarkeit:
    eine Aufnahme sollte auch ohne großes Studium des Manuals möglich sein
  • Unterstützung von Kapitelmarken:
    ich unterteile unseren Podcast gerne in Kapitel. Um mir einen zusätzlichen Arbeitsschritt zu sparen, möchte ich die Möglichkeit haben, dies direkt in der DAW zu machen
  • verlässliches Dateihandling:
    auch große Sounddateien sollten der Software keine Probleme bereiten
  • schnelles Rendering:
    wenn ich eine Aufnahme fertig abgemischt und geschnitten habe, möchte ich nicht lange auf die Output-Datei warten
  • Geldbeutelschonend:
    für eine halbwegs umfangreiche Pro-DAW muss man auch schonmal mehrere hundert Euros hinblättern. Die aktuelle Version von Apples Logic Pro kostet bspw. 180 € – zu viel für Hobbypodcaster.

Alle Wege führen nach Rom

Ich habe unterschiedliche DAWs getestet, bis ich bei meiner derzeitigen Software Reaper gelandet bin.

Angefangen habe ich, sozusagen out-of-the-box mit Apples GarageBand. GarageBand hat den großen Vorteil, dass es auf Macs im Rahmen des iLife-Pakets bereits vorinstalliert ist. Es erfüllt auch eigentlich schon einen Großteil der Anforderungen, die ich an eine DAW stelle:
einfache Bedienbarkeit, Kapitelmarken können einfach gesetzt werden und es ist kostenlos.

Der Grund, warum ich nicht bei GarageBand geblieben bin?
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich das Programm bevormundet, mich nicht machen lässt, was ich gerne tun würde. Das ging schon damit los, dass ich nicht in der Lage war mit Sicherheit zu sagen, ob ich die korrekten Einstellungen für die Inputs ausgewählt habe.

Die nächste DAW, die ich in Betracht gezogen habe, war Audacity. Audacity ist ebenfalls kostenlos, es ist Open-Source-Software und relativ schnell einsatzbereit.
Installieren, roten Aufnahmeknopf drücken, fertig.
Allerdings gibt es bei Audacity so viele mögliche Einstellungen und Parameter, die sich auf so eine unübersichtliche und überladene Art mal präsentieren, mal verstecken, dass ich schnell kapituliert habe.

In die gleiche Schublade habe ich dann auch die dritte DAW im Bunde gesteckt: Reaper

Erstmalig habe ich von @hukl von der Software gehört: in Folge 104 des nun unter dem Namen „Freakshow“ firmierenden Podcasts MobileMacs.

Auf den ersten Blick ist Reaper zugegebenermaßen ziemlich hässlich und überladen.

Und so habe ich auch diese Schublade vorerst wieder zugemacht und mich schon mit dem Gedanken angefreundet, richtig Geld in die Hand zu nehmen und eine echte Pro-Software zu kaufen, oder wieder zurück auf Los zu gehen und GarageBand noch eine Chance zu geben.

Unverhofft kommt oft!

Die deutsche Podcasting-Szene hat sich mal wieder von ihrer besten und hilfreichsten Seite gezeigt und den lieben @rstockm geschickt. Der verwendet nämlich Reaper für die Aufnahme des Podcasts Wikigeeks

Und weil Ralf schon Erfahrung mit Reaper hat, und sich im Nachgang zum Podlove Podcaster Workshop dazu entschloss, sein Know-How zu teilen, hat im Screencast Ultraschall sehr anschaulich erklärt, wie einfach man mit Reaper Podcasts aufnehmen kann, Kapitelmarken setzt, Projekt schneidet, und, und, und…..

Die Lizenzkosten von knapp 50 EUR habe ich dann nach der 60tägigen, funktional unbeschränkten Testphase gerne an die Macher von Reaper gezahlt. Meiner Meinung nach besetzt Reaper den Sweet-Spot im Bereich der DAWs der gerade für Podcaster attraktiv ist:
bezahlbar, bedienbar, konfigurierbar.

Mittlerweile fühle ich mich relativ sicher im Umgang mit Reaper.

Die erfolgreiche Aufnahme und Nachbearbeitung von mittlerweile 2 Folgen unseres Podcasts sind ohne größere Schmerzen im Kasten.
Ich kann deswegen jedem Podcasting-Anfänger empfehlen die Demoversion von Reaper herunterzuladen, den Screencast von Ralph Stockmann anzuschauen und einfach mal eine Aufnahme mit Reaper auszuprobieren.

5 Gedanken zu „Podcasting für Anfänger und Einsteiger – Die Aufnahme

    • Wenn du unter Clouddienst einen webbasierten Recordingdienst verstehst…
      Da gibt es bestimmt einige.
      Ich persönlich habe mal testweise die auphonic-app fürs iPhone ausprobiert.

      Aber für die ganze Produktionskette hintendrin ist das auch nicht optimal.

  1. Wenn man sich ein wenig mit Audacity befasst, findet man die zwei, drei wichtigsten Funktionen schnell. Das würde ich deswegen einer kostenpflichtigen Lösung vorziehen.
    Die Technik spielt auch eine wichtige Rolle. Hier sollte man drauf achten, dass das Mikrofon nicht zu sehr rauscht und hallt. Ein Popschutz-Filter ist dafür unumgänglich. Alternativ kann man auch eine Socke über das Mikro stülpen! Sieht komisch aus, hilft aber manchmal Wunder 😉

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