Podcasting für Anfänger und Einsteiger – Equipment

Im vorherigen Blogpost drehte sich alles um die Präsenz meines geplanten Podcasts im Netz. In diesem Post möchte ich mein Equipment für das Aufnehmen eines Podcasts vorstellen und meine Beweggründe für die Auswahl schildern.

Einen, sehr auf die technischen Grundlagen fokussierenden, Einsteigerkurs für Podcaster von Tim Pritlove findet Ihr übrigens hier. (PDF)

Mikrofon

Ich sollte vielleicht vorweg nehmen, dass ich mich mit Audio-Equipment überhaupt nicht auskenne – bzw. auskannte – ein bisschen habe ich schon gelernt. Ich hatte bspw. keine Ahnung, wie man ein gutes Mikrofon von einem schlechten Mikrofon unterscheidet. Auch habe ich anfänglich gedacht, mein PS3 Gaming Headset würde schon ausreichen um einigermaßen Soundqualität zu ermöglichen.

Als erstes habe ich also meine unterschiedlichen Mikrofone, die ich so zu Hause rumliegen hatte miteinander verglichen. Vergleichen heißt übrigens: etwas aufnehmen und dann anhören – und das mit allen Mikros nacheinander (zur Auswahl standen mir anfänglich: PS3 Gaming Headset, iPhone Headset, internes Mikro meines MacBooks). Anfänglich dachte ich, dass mein Gaming Headset, das sich durch die beste Aufnahme ausgezeichnet hat, schon ausreicht fürs Podcasting. Aber ein Vergleich meiner Probeaufnahmen mit anderen Podcasts zeigt dann doch schnell, dass ich an dieser Front definitiv etwas unternehmen musste.

Ich benötigte also ein einigermaßen professionelles Mikro. Doch woher soll man eigentlich wissen , welches Mikro fürs Podcasting geeignet ist? Den Bewertungen auf amazon.de kann man ja nicht wirklich trauen. Und mit irgendwelchen kryptischen Produktspezifikationen der Hersteller kann ich Audio-DAU auch nichts anfangen.

DIE Anlaufstelle für Podcaster ist natürlich der Lautsprecher-Podcast von Tim Pritlove. In http://der-lautsprecher.de/ls002/ wird ein tiefer Einblick in das Thema Mikrofone für das Aufzeichnen von Podcasts gewährt.

Tim selber verwendet das Headset Beyerdynamic DT297 MKII (Affiliate Link Thomann). Ich habe mich auch dafür entschieden.

Grundsätzlich bietet sich als Alternative gegenüber einem Headset ein stationäres Mikro an. Für meine Situation ist das aber keine wirklich gute Lösung, da ich keinen festen Platz zum Podcasten habe. Der Vorteil eines Headsets ist insbesondere, dass man es nicht groß aufbauen und auf einen Ständer montieren muss. Einfach auspacken, einstecken und aufsetzen.

Headsets haben außerdem den Vorteil, dass das Mikrofon relativ konstant in der einmal eingestellten Position bleibt. Man kann sich bewegen, zurücklehnen, den Kopf drehen, usw…. Das ist (glaube ich) für Mikrofon-Anfänger von Vorteil.

Preislich sind die beiden Headsets gerade noch in Ordnung. Ich habe gebrauchte Exemplare auf ebay geschossen – für zwei Headsets habe ich insgesamt 220€ inkl. Versand bezahlt. Für ein vergleichbar gutes stationäres Mikro und die dazu noch notwendigen Kopfhörer und sonstiges Equipment (Spinne, Ständer, Kabel) gibt man wahrscheinlich sogar mehr Geld aus.

Mischpult

Als Mischpult verwende ich das Behringer Xenyx 1204 USB.

Hierfür gibt es drei Gründe:

  1. Holgi verwendet es auch. Der ist Radioprofi, und hat in seinen Podcasts ein ähnliches Setup wie ich es plane: Leute per Skype zuschalten.
  2. Tim hat im Lautsprecher über Mischpulte gesagt, dass Behringer ausreichend gute Qualität produziert.
  3. Das Ding ist mit ca. 130€ einfach unschlagbar günstig (Affiliate Link Amazon; Affiliate Link Thomann)

Eines Tages stand also das Mischpult vor mir. Obwohl ich früher bei der ein oder anderen Gelegenheit schonmal vor diesen Dingern stand: über meinem Kopf schwebten Fragezeichen.

Wie so ein Mischpult genau funktioniert, und wie man damit einen Podcast aufnimmt war für mich anfangs ein Buch mit sieben Siegeln. Doch, was macht der Amateur, wenn er sich nicht auskennt? Ausprobieren und das Internet nach Hilfe durchsuchen!!!

Alle theoretischen Fragen beantwortet wie immer der Lautsprecher Podcast. Auch eine Empfehlung: der Faselcast  geht noch ein bisschen konkreter auf die Fragen die sich mir stellten.

Aber: irgendwie sind alle Mischpulte ein bisschen anders – das macht das Lernen via Podcast hören im Einzelfall ziemlich schwierig. Also spiele ich einfach kontinuierlich an den vielen Routing-Varianten und sonstigen Kombinationen die sich für den Signallauf bieten herum.

Mittlerweile bin ich zumindest schon in der Lage ein ordentlich klingendes Signal meiner beiden Headsets über die USB-Schnittstelle des Mischpults in meinen Rechner zu bekommen.

Kopfhörerverstärker und USB Interface

Leider sind Headsets, Mischpult und Computer noch nicht ganz ausreichend um einen Podcast zu produzieren.  Es stellte sich heraus dass mir noch drei Dinge fehlten.

  1. Ein Kopfhörerverstärker, um beiden Headsets auch wieder das Signal auf die Kopfhörer zu geben. Schließlich muss man ja hören, was man selber – und natürlich auch die Mitpodcaster ins Mikro sprechen. Ich habe mir den Millenium HA4 (Affiliate Link Thomann) zugelegt.
  2. Außerdem habe ich noch das USB Interface Behringer UCA202 (Affiliate Link Amazon; Affiliate Link Thomann) erworben. Es wird benötigt um über Skype noch jemanden aus der Ferne hinzuschalten zu können. Dies erfordert einen sog. N-1 Mix.Was das genau ist, warum man so etwas braucht und v.a. wie man einen N-1 Mix herstellt, erläutere ich Euch in einem späteren Post.
  3. Last but not least: es fehlen mir noch diverse Verlängerungskabel und Adapter, um die Ein- und Ausgänge der verschiedenen Einzelteile miteinander zu verbinden. Die Einzelheiten muss wohl jeder für sich selber rausfinden, deswegen verzichte ich hier auf weitere Erläuterungen.

15 Gedanken zu „Podcasting für Anfänger und Einsteiger – Equipment

    • Halte ich für eine gute Sache. Ob das aber in einem Mehrpersonen-Setup ohne weiteres funktioniert bezweifle ich ein wenig.

      Außerdem macht USB und Audio auf Mac OS jetzt schon seit einigen Jahren lauter Zicken….

      Ich denke über kurz oder lang wird AVB (Audio over Ethernet) oder der Thunderbolt-Port im Zusammenspiel mit den entsprechenden Audio-Interfaces den Ton angeben.

  1. Vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Artikel. Ich bin fast vollblind und frage mich manchmal, was ich mache, wenn gar nichts mehr geht. Da liegt es nahe, Podcasts zu machen. Denn hören und reden kann ich ja dann immer noch 🙂

    Am liebsten wäre es mir, wenn ich einem wie dir mal über die Schulter schauen könnte.

    • Wenn Du mal in München bist – einfach mal melden. Vielleicht kann ich Dir ja eine Privatvorführung geben. Wobei ich mittlerweile mein Equipment stark verändert habe und gerade kurz vor dem nächsten Schritt in der Evolution meines Equipments stehe.

  2. Ich bevorzuge Standmikrofone, weil diese einen bessesren Sound machen. Bei Podcasts dürfte das zwar nicht die entscheidende Rolle spielen, aber auch Preis-Leistungs-mäßg bieten profesessionelle Großmembran-Mikrofone mehr.

  3. Sehr interessanter Artikel! Ich möchte auch anfangen zu podcasten und habe bisher wenig Ahnung davon, aber du hast mir einen guten Einblick gegeben.

    Ich würde dir auch gerne mal über die Schulter schauen und vom Profi lernen.

    Mach weiter so! Ich habe deine Seite schon weiterempfohlen 😉

  4. Hallo,
    ja finden den Artikel auch sehr interessant. Beschäftige mich auch mit Mikrofone und suche daher auch das Richtige Mikrofon für meine Projekte. Danke für dein Enblick.

  5. Ich glaube auch, dass USB-Mikrofone für das Aufnehmen von Podcasts einfach die Zukunft ist. Gerade wenn einem Mobilität wichtig ist, will man ja nicht unbedingt ein Mischpult usw. mitschleppen. Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit Voicerecordern gemacht. Da hat man gleich alles dabei.

  6. Der Artikel von Ronny ist ein Lob auf die USB-Mikrofone, ich spreche Kommentare zu eigen aufgenommene Videos mit GoPro. wir mischen den Kommentar mit Musik ab. Wir besitzen ein Mikro von “Renkforce” und eine Bilschirmkarte. Um die Videos noch besser zu machen werden wir ehr bald noch einen Kimbal kaufen

  7. im moment trage ich artikel zusammen über san marino, ich möchte einen kommetar zum selbsterstellten video über diese stadt machen, für den audiobereich habe ich ein renkforcemikro cu-4 gewählt, dass sich übrigens sehr gut für diesen zweck.

  8. Wer nur einen Podcast machen will, der bekommt schon um die 50 Euro ein gutes USB-Mikrofon wie das Samson Meteor. Damit fällt dann auch das Audio-Interface weg. Die Qualität passt auf jeden Fall.
    Ich benutze auch oft nur ein 20 Euro Headset für das Vertonen von Videos. Das geht mit ein bißchen Tuning auch.
    Nur, weil man ein tolles Mikro hat, sind die Inhalte noch lange nicht wertvoller 😉 Allerdings versteh ich, dass mit dem Anspruch die Preisklasse steigt.

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